Psychotherapie für Kinder und Jugendliche Familien- und Erziehungsberatung Pforzheim/Enzkreis

Oft wird er­war­tet - oder gar be­fürch­tet - , daß Hyp­nose ein Be­wußt­seins­zu­stand ist, der sich völ­lig vom nor­ma­len All­tags­be­wußt­sein un­ter­schei­det und der einem daher völ­lig fremd ist. Dies ist nicht der Fall. Pa­ti­en­ten, die zum ers­ten Mal eine Hyp­nose gut er­fah­ren kön­nen, be­schrei­ben dies als einen Zu­stand wie man ihn kurz vor dem Ein­schla­fen er­lebt, wenn die Um­welt zurück­tritt, der Kör­per zur Ruhe kommt und man eher in spon­tan auf­tre­ten­den Bil­dern denkt. Ähn­li­che Re­ak­tio­nen kön­nen aber auch auf­tre­ten, wenn sich der Pa­ti­ent re­la­tiv nahe dem Wach­be­wußt­sein er­lebt. In der Regel kann man sich an alles er­in­nern, was während der Hyp­nose an­ge­spro­chen wur­de; eine sog. Amne­sie tritt eher sel­ten auf­.

­Nun könnte man entäuscht sein, das der hyp­no­ti­sche Zu­stand nicht ein­zig­ar­tig, nichts Spek­ta­kuläres ist. Aber wenn der hyp­no­ti­sche Zu­stand auch “nur” eine (je­dem) be­kannte Be­wußt­seinsän­de­rung be­wirkt, so ist doch spek­ta­kulär, was man mit der the­ra­peu­ti­schen Nut­zung die­ses Zu­stan­des er­rei­chen kann. Neben den psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Mög­lich­kei­ten und den viel­fäl­ti­gen kör­per­li­chen Ver­än­de­run­gen - von Vor­gän­gen im Ge­hirn bis hin zu Blut­bildän­de­run­gen - bie­tet die Hyp­nose auch die Mög­lich­keit, akute Schmer­zen zu un­ter­bin­den, so daß ein ope­ra­ti­ver Ein­griff oder das Zie­hen eines Zah­nes ohne Anäs­the­ti­kum mög­lich ist.

Wo wird Hyp­nose ein­ge­setz­t?

Hyp­nose ist eine wirk­same The­ra­pie­form zur Be­hand­lung ver­schie­dens­ter Störungs­bil­der, was durch zahl­rei­che wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chun­gen bestätigt wird (Me­ta­ana­ly­se).

Ein wich­ti­ges An­wen­dungs­ge­biet der Kli­ni­schen Hyp­nose sind die so­ge­nann­ten Psy­cho­so­ma­ti­schen Störun­gen, d.h. kör­per­li­che Er­kran­kun­gen, die als Folge see­li­scher Kon­flikte und Be­las­tun­gen auf­tre­ten – zu­meist in Zu­sam­men­hang mit per­ma­nen­ten be­ruf­li­chen oder pri­va­ten Pro­ble­men. Dazu zählen neben chro­ni­schen Schmer­zen, Herz-­Kreis­lauf-­Pro­ble­men oder Ma­gen-Dar­m-Er­kran­kun­gen (z.B. Mor­bus Crohn) auch Hauter­kran­kun­gen (z.B. Neu­ro­der­mi­tits) sowie Er­kran­kun­gen der Atem­wege (Asthma bron­chia­le) und des Ner­ven­sys­tems (z.B. Po­ly­ar­thri­tis).

Darü­ber­hin­aus wird Hyp­nose auch zur Be­hand­lung von Ängs­ten (z.B. so­ziale Ängs­te, Höhen­angst), De­pres­sio­nen, Zwän­gen und Eßstörun­gen (z.B. Bu­li­mie) ebenso ein­ge­setzt. Auch bei der Be­hand­lung von Süch­ten (z.B. Rau­chen) hat die Hyp­nose ihren Platz. Wei­ter­hin kön­nen Schlafstörun­gen und se­xu­elle Störun­gen mit Hyp­nose be­han­delt wer­den. Zur The­ra­pie psy­cho­ti­scher Störun­gen wie Schi­zo­phre­nie ist Hyp­nose hin­ge­gen nicht an­ge­zeig­t.

Hyp­nose wird er­folg­reich auch im me­di­zi­ni­schen Rah­men ein­ge­setzt, etwa in der Krebs­be­hand­lung, um Ängste und Schmer­zen zu kon­trol­lie­ren bzw. um die Ne­ben­wir­kun­gen einer Che­mo­the­ra­pie zu re­du­zie­ren. Akute Schmer­zen, etwa bei Ge­burt oder in der Zahn­me­di­zin bis hin zu chir­ur­gi­schen Ein­grif­fen, kön­nen eben­falls mit Hyp­nose bes­ser be­wäl­tigt wer­den.

Wer ist hyp­no­ti­sier­bar?

Als Pa­ti­ent wird man sich fra­gen, ob man denn ü­ber­haupt für eine Hyp­no­the­ra­pie ge­eig­net ist. Ist jeder hyp­no­ti­sier­bar? Wovon hängt es ei­gent­lich ab, daß man Hyp­nose er­fah­ren kann?

Nur we­nige kön­nen Hyp­nose ü­ber­haupt nicht er­fah­ren; eben­falls nur we­nige Men­schen kön­nen Hyp­nose in einem be­son­ders hohen Maße er­fah­ren. Den meis­ten Men­schen ist es aber mög­lich, eine mitt­lere Hyp­no­se­tiefe er­le­ben, die für eine The­ra­pie völ­lig aus­reicht. Im ü­b­ri­gen ist es schwer, für sich selbst ab­zu­schät­zen, ob man hyp­no­se­fähig ist. Auch Per­so­nen, die ü­ber­zeugt sind, sie hät­ten keine ent­spre­chende Fähig­keit, sind oft ü­ber­rascht wie leicht ihnen die Er­fah­rung von Hyp­nose unter sach­kun­di­ger An­lei­tung fällt. In die­sem Zu­sam­men­hang sollte auch be­tont wer­den, daß für den Er­folg einer The­ra­pie nicht die Tiefe der Hyp­nose ent­schei­dend ist, son­dern was in ihr ge­schieht.

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